Teneriffa – Sonne, Strand, Trails und Locos

Wien 7:00 Uhr in der Früh, Außentemperatur -5°C, hastig steigen wir in die Boeing ein und heben kurze Zeit darauf Richtung Süden ab. Das Ziel, Teneriffa mit seiner ganz speziellen Lage im riesigen Atlantik, wo man die Rauhheit und Kraft der Naturgewalten spürbar erleben kann. Die größte der Kanarischen Inseln Teneriffa, ein Ziel welches Isabella und ich schon vor 9 Jahren, als die Kinder noch nicht mal in Planung waren, besuchten. Damals hatte Teneriffa noch einen eigenen Bikepark, leider ist der geschlossen und auch sonst haben die Inselbewohner nicht viel Freude mit Mountainbikern auf ihren Wegen. Wenn man aber weiß, wo man fahren darf, macht es richtig Spaß, wie der folgende Text beweist und Land und Leute sind top.

Bei der Ankunft am Flughafen Teneriffa Süd ist die Außentemperatur zum Glück schon auf 19°C gestiegen und wir konnten die Winterklamotten gegen Boardshorts tauschen. 

Nachdem der Mietwagen bis oben hin angefüllt wurde, ging es endlich Richtung Puerto de la Cruz, welches im wunderschönen Norden der Insel liegt und uns eine gute Stunde Autofahrt rund um die halbe Insel bescherte.

A bisserl Platz ist noch!

Die ersten beiden Tage gewöhnten wir uns bei Stadtspaziergängen an das warme Klima und genossen die Sonne am Strand, bevor es das erste mal auf den Teide ging. An dessen Nordflanke ein paar sehr gute Trails zurück an den Atlantik führen. Dank meiner Shuttle-Crew konnte ich ausschlafen und musste die Reise auf den Teide nicht per Bus antreten, oben angekommen wurde das Bike ausgepackt und als ich gerade losfahren wollte, kam der Linienbus an, aus dem 10 einheimische Fahrradfahrer stiegen, also wartete ich ab und kam auch gleich mit den Jungs ins Gespräch. Dieses gestaltete sich eher schwierig, da sie kein Englisch und ich kein Spanisch konnten. Mit Hilfe der Zeichensprache und etwas später mit Google Dolmetscher, wusste ein jeder ungefähr was der andere meinte. Mit den Locals gleich die erste Abfahrt zu fahren, habe ich mir nicht gedacht und das sie mir in den kommenden 4 Tagen weitere geniale Trails zeigen würden, war der Hammer. Einziges Manko, nach 200 m am Trail, die Luft im Hinterreifen verschwunden war. Genau, gleich wie vor 9 Jahren, nur diesmal bin ich gerüstet. Nach einer kurzen Pause ging es auch gleich weiter.

Alles Banane !!!

Die erste Abfahrt  endete in El Horo nördlich von Puerto de la Cruz und führte über einen zuerst technischen, dann immer flowiger werdenden Trail. Nach einem “After ride DORADA” machten wir gleich den Termin für den nächsten Tag aus, danach ging es mit der Familie an den Strand “Playa de Sorocco”, wo ich nach dem Bau einer Sandburg, die ersten Wellen zu surfen bekam. Für den nächsten Tag war ein guter großer Surf prognostiziert. 

Style ole´, kleiner Dirtspot im Norden von Puerto de la Cruz

Um 8:30 Uhr traf ich mich mit den beiden Daniel’s bei der Bushaltestelle um gemeinsam mit dem Bus auf den Teide zu fahren. Zu uns gesellten sich noch weitere Radfahrer, was wir alle nicht wussten, dass die Straße auf den Teide im oberen Drittel  wegen Schneeverwehungen gesperrt war. Bei der Straßensperre, nach 50 Minuten Fahrt, konnte man sich entscheiden aussteigen oder wieder retour mit dem Bus zu fahren. Es lagen etwa 3 Zentimeter Schnee auf der Straße und als ich den Busfahrer ein Video zeigte, wie es bei mir zuhause gerade aussieht, schüttelte er nur den Kopf. Also aussteigen, bis zum Trail Einstieg sind es noch etwa 600 Höhenmeter die zum Schieben sind. Auf einmal bog ein VW Polo mit Radträger hinten drauf montiert um die Ecke, der Bruder eines der Daniel’s. Dieser shuttelte uns jetzt weiter. Nicht über die Straße, nein diese war gesperrt. Bergauf ging es über Schotterstraßen und Ziehwege, einige male saßen wir auf bevor wir das Ziel erreichten.

Aus Gründen der Hochachtung und des Respekts, werde ich keine genauen Details über den Trail preisgeben. Es darf nur so viel gesagt sein, das es einer der besten auf der Insel ist und man durch perfekt geschaffene Anlieger fetzt. Danach ging es wieder nach Socorro, wo ich die ersten Tubes erwischte und schon zum zweiten mal der einzige “Ausländer” im Wasser war.

Passion

Die Wellen waren ein gutes Drittel größer als am Vortag und wuchteten mich bei meiner letzten Welle über die vorgelagerten Steine an den Strand. Schürfwunden am Rücken und Hände wie nach einem Faustkampf waren das Resultat und als mir dann auch der dortige “Mitch” klar machte, dass ich heute nicht mehr ins Wasser gehe, traten wir den Heimweg an.

Jeden Tag ein neuer Trail

Der nächste Tag war nicht so schön, aber trotzdem ging es am Vormittag an den Strand, wo mich die Einheimischen mit einem netten “LOCO,LOCO” begrüßten. Nach einem ausführlichen Gespräch mit den Locals im Line-up bei dem ein Trip für den nächsten Tag in den Norden ausgemacht wurde bei dem wir einen richtig großen Spot surfen wollten, ging es für uns in den Loro Parque, den Zoo in Puerto de la Cruz. 

Regen und Sturm entfalteten sich in der Nacht auf die ganze Insel und hatten zur Folge das alle Strände im Norden Teneriffas auf Grund einer zu gefährlichen Brandung gesperrt waren. Was soviel bedeutete, dass wir sicher nicht surfen gehen. Der Stadtbummel war nach den letzten Tagen eine Wohltat und alle genossen die Kulinarik der Insel. 

Am nächsten Tag machten wir eine Inselrundfahrt zu einigen Sehenswürdigkeiten auf Teneriffa und dann ging es auch schon ab nach La Gomera.

Nach 10 Tagen La Gomera freuten wir uns schon wieder auf Puerto de la Cruz. Als wir im Süden der Insel landeten ging es schnurstracks  wieder in den Norden. Im Süden reihen sich Tourimsusburgen aneinander, kein Platz für uns. 

Lil Shredder

Zurück in Puerto de la Cruz. Unser Apartment lag direkt im Zentrum und  so verbrachten wir den Abend mit herum spazieren und flanieren.

Am nächsten Morgen suchte ich mir auf Google Earth eine direkte Verbindung vom Teide bis an den Strand Playa de Socorro, vom Bike direkt aufs Bodyboard.

Puerto de la Cruz hat einen ganz eigenen Flair, welcher uns eingefangen hat und den wir uns bald schon wieder hingeben werden. Bis auf das, das Fahrradfahren auf Trails hier in Teneriffa fast überall verboten ist, ist die Insel top.

Der letzte Abend am Playa

Bevor es für uns 4, dann auch schon wieder in Richtung Heimat ging, genossen wir die letzten beiden Tage in vollen Zügen und machten uns schon Gedanken, wo die nächste Reise hingehen soll.

PS.: Die Bilder wurden von mir selbst und ein paar technischen Hilfen gemacht. Mehr davon gibt es auf Instagram #thefreeridecoach und natürlich auf Facebook!